Wie funktioniert ein Wassermacher?
Vollständige Erklärung des Entsalzungsprozesses
Ein Wassermacher, auch Umkehrosmoseanlage genannt, ist ein Gerät, das Meerwasser in Frischwasser umwandelt. Er ist eine wichtige Ausrüstung für Segler und Bootsbesitzer, die auf ihren Seereisen unabhängig in der Wasserversorgung sein möchten. Doch wie funktioniert ein Wassermacher genau? Hier erfahren Sie mehr über sein Funktionsprinzip und die einzelnen Schritte.
1. Das Prinzip der Umkehrosmose
Die meisten Wassermacher arbeiten mit einem Verfahren namens Umkehrosmose. Dabei wird Meerwasser durch eine halbdurchlässige Membran gefiltert, die Salz und Verunreinigungen zurückhält und nur Frischwasser passieren lässt.
Bei der Umkehrosmose wird hoher Druck eingesetzt, um das Meerwasser durch die Membran zu pressen und daraus Frischwasser zu gewinnen.
👉 Kurz gesagt:
- Das Meerwasser wird angesaugt und unter Druck gesetzt.
- Es fließt durch spezielle Membranen, die Salz und Verunreinigungen zurückhalten.
-
Das Frischwasser wird gewonnen, während das stärker salzhaltige Wasser wieder abgeleitet wird.
2. Die einzelnen Schritte beim Betrieb eines Wassermachers
Der Entsalzungsprozess erfolgt in mehreren Phasen:
🔹 2.1. Ansaugen des Meerwassers
Das Wasser wird mithilfe einer Förderpumpe außerhalb des Bootes angesaugt. Dieses Rohwasser enthält Salz, Mikroorganismen und verschiedene Verunreinigungen.
🔹 2.2. Vorfiltration
Bevor das Wasser unter Druck gesetzt wird, wird es gefiltert — je nach Maschinentyp über einen Kartuschenfilter und ein Ansaugsieb, gegebenenfalls auch über einen Sandfilter. Dadurch werden Schwebstoffe wie Sand, Algen und andere Partikel entfernt. Dieser Schritt ist entscheidend, um die Membranen des Wassermachers vor Beschädigungen zu schützen.
🔹 2.3. Druckaufbau
Eine Hochdruckpumpe komprimiert das Wasser auf etwa 55 bis 70 bar. Dieser Druck ist erforderlich, um das Wasser durch die Membranen zu pressen und Frischwasser vom Salz zu trennen.
Bei den Modellen der FIJI-Serie wird die Hochdruckpumpe — normalerweise der größte Energieverbraucher — durch ein hydraulisches Druckverstärkungssystem ersetzt, das von einer Niederdruckpumpe angetrieben wird. Diese patentierte Technologie nennt sich Energierückgewinnung. Sie ermöglicht nicht nur einen sehr niedrigen Energieverbrauch, sondern ist auch bemerkenswert leise und vibrationsfrei.
🔹 2.4. Umkehrosmose und Endfiltration
Das unter Druck gesetzte Wasser passiert eine halbdurchlässige Membran, die Salze, Bakterien und andere Verunreinigungen zurückhält. Nur reines Wasser gelangt hindurch, während das stärker salzhaltige Wasser abgeleitet wird.
🔹 2.5. Produktion und Speicherung von Frischwasser
Das gewonnene Wasser wird anschließend in einen Frischwassertank geleitet.
3. Energieverbrauch und Leistung
Ein Wassermacher wird in der Regel elektrisch betrieben — je nach Modell mit 12 V, 24 V, 48 V oder 115–230 V. Der Energieverbrauch variiert je nach Ausstattung und Produktionskapazität. Bei einem Modell mit Energierückgewinnung wie dem FIJI wird der Verbrauch auf nur 12 A bei 12 V reduziert, bei einer Produktionsleistung von 35 l/h.
4. Wartung und Vorsichtsmaßnahmen
Um eine gute Leistung und eine optimale Lebensdauer der Membranen zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Wartung des Wassermachers unerlässlich:
- Nach jeder Nutzung bzw. vor längeren Stillstandszeiten mit Frischwasser spülen, um die Kristallisation von Salz zu vermeiden.
- Die Filter je nach Nutzung regelmäßig wechseln.
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Die Membranen mit einem geeigneten Sterilisationsmittel konservieren, wenn der Wassermacher nicht genutzt wird oder während der Winterlagerung.
Fazit
Ein Wassermacher ermöglicht die Produktion von Frischwasser auf See nach dem Prinzip der Umkehrosmose. Durch mehrere Filtrationsstufen und hohen Druck entfernt er Salz und Verunreinigungen und liefert Frischwasser für den Verbrauch und die Bedürfnisse an Bord.
Die Wahl des richtigen Modells entsprechend dem Wasserbedarf und der verfügbaren Leistung an Bord ist entscheidend, um die Autonomie während der Fahrt optimal zu nutzen.


